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Deshalb sollte man bei Kindern eine sinnliche Wahrnehmung fördern

Sinnliche Wahrnehmung Bei Kindern

Wir nehmen unsere Umwelt nicht mit einzelnen Sinnesorganen wahr, sondern mit unserer ganzen Person, zu der auch Gefühle, Erwartungen, Erfahrungen und Erinnertes gehören.


Doch auf Grund der unausgewogenen und einseitigen beanspruchen der Sinne, sowie der Reizüberflutung durch die Medien, dem Verlust der körperlich-sinnlichen Erfahrungen, der wachsenden Technisierung der Umwelt und der damit verbundenen Schwierigkeit Zusammenhänge wirklich zu begreifen, gibt es immer mehr Kinder die als hyperaktiv bezeichnet werden, sie sind unruhig, nervös, sind leicht reizbar, können sich nicht Konzentrieren und weisen eine Schwäche in der Feinmotorik auf.
In unserer heutigen Zeit treten vermehrt Wahrnehmungsstörungen wie Hyperaktivität auf, die betroffenen Kinder können zwar sehen, hören etc., sind aber nicht in der Lage, die aufgenommenen Reize richtig zu verarbeiten. Die Informationen, welche ihnen ihre Sinnesorgane vermitteln sind ungenau und oft zusammenhangslos. Da nicht selten einzelne Informationen fehlen. Man muss sich das vorstellen wie bei einem Puzzle, wenn mehrere Teile fehlen, wird das Puzzle unbrauchbar, da ja kein ganzes Bild mehr entstehen kann. Doch warum fehlen Informationen? Das liegt daran, dass die Sinne wie bereits erwähnt viel zu oft nur einseitig angesprochen und trainiert werden. Doch um ein ganzes Bild von etwas zu erhalten benötigt das Gehirn die Informationen aller Sinne. Außerdem verkümmert ein Sinn, wie wir bereits wissen, in seiner Funktion wenn er nicht trainiert wird. Und dann ist das Zusammenspiel zwischen den Sinnen gestört und das Bild bleibt ganz diffus.

Sinne fördern unterstützt durch die Eltern


Beim Frühstück im Kindergarten, kann sehr oft beobachtet werden, dass Kinder bereits geschnittenes Obst aus ihrer Brotdose packen. Die Eltern haben es wohl gut gemeint, aber wenn ein Kind z.B. eine Orange essen will, ist es doch viel aufregender und vor allem Sinnesfördernder, wenn das Kind die Orange erst schälen muss. Dadurch erfährt und vor allem erlebt es so viel verschiedenes, es kann die Orange sehen, riechen, schmecken und ertasten. Es sieht die Größe, Form und Farbe der Frucht. Es spürt die Beschaffenheit der Schale, merkt ob es sich um eine weiche oder harte Frucht handelt. Und es riecht und schmeckt die Zitronensäure. Erst das zusammenfügen dieser Sinneseindrücke im Gehirn, durch das Zusammenspiel der einzelnen Sinne, ergibt dann das Bild der Orange.

Die sinnliche wahrnehmung bei Kindern

„ Sinnliche Wahrnehmung spricht alle Sinne an.“ Sie ist nicht einfach nur das Ergebnis der Leistungen einzelner Sinnesorgane. Eine Melodie ist auch nicht die Summe einzelner Töne, sowie ein Wort nicht das zusammensetzen einzelner Buchstaben ist. Wie bereits erwähnt nehmen wir alles mit unser gesamten Person wahr, also Ganzheitlich. Doch dafür müssen wir die Fähigkeit haben, aufgenommenes richtig zu Verarbeiten. Den erst das Zusammenspiel der Sinne, dass nur stattfinden kann, wenn alle empfangenen Reize richtig verarbeitet werden können und alle Sinne beansprucht werden, macht Sinnliche Wahrnehmung möglich. Genauso wie man einzelnen Noten zusammentragen und verbinden muss, damit eine Melodie entsteht. Aber wann bekommt ein Kind denn eine Orange in die Hand gedrückt, die es ganzheitlich wahrnehmen kann? Die Erwachsenen meinen, es ist zu schwer für Kinder eine Orange zu schälen und denken dabei überhaupt nicht daran, was die Kinder bei diesem Vorgang alles lernen. Und so geht das dann weiter. Im Fernsehen werden viele nützliche Dinge erklärt, z.B. wie man einen Apfelbaum pflanzt.

Dabei erhält das Kind zwar das theoretische Wissen, aber es muss auch greifen können um wirklich zu begreifen. Es muss selber erleben wie der Baum gepflanzt wird. Das merken wir doch auch bei uns selbst, wenn wir z.B. einen Schrank, anhand einer Bauanleitung, zusammenbauen wollen. Heißt es nicht, dass wir das problemlos schaffen nur weil wir eine Bauanleitung haben. Wenn ich jedoch weiß wie der Schrank später aussehen soll, erleichtert mir das die Sache erheblich. Noch besser ist es, wenn ich erlebe, wie jemand das macht und es mir gleichzeitig währenddessen erklärt. Dann besteht eine sehr große Chance, dass ich es später auch alleine kann.
Und das geht heute immer mehr und mehr verloren. Das eigene Tun und Erleben. Deswegen lautet meine Überschrift ja auch: “Kinder sollten ganzheitlich wahrnehmen.“ Und nicht: Kinder nehmen ganzheitlich wahr. Den um wirklich ganzheitlich wahrzunehmen, darf das eigene Tun und Erleben nicht fehlen, außerdem müssen alle Sinne, wie bereits erwähnt, fähig sein das aufgenommene zu Verarbeiten und zu einem Bild zusammen zufügen.