Teilzeit studieren nach der Schwangerschaft? Das sind die Vorteile!

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Wer in jungen Jahren eine Familie gründet, schafft es zeitlich oftmals nicht, an dem Lehrplan eines Vollzeitstudiums teilzunehmen. Viele Universitäten bieten jedoch zahlreiche Studiengänge (vom Medizin- oder Wirtschafts- bis zum Informatik Studium) an, die ein Elternteil auch in Teilzeit studieren kann. Für Frauen, die gerade eine Schwangerschaft hinter sich haben, überzeugen diese Teilzeitangebote vor allem durch den zeitlichen Komfort.

Wie definiert sich ein Teilzeitstudium?

Teilzeitstudiengänge bauen, wie der Name bereits verrät, auf einem zeitlich reduzierten Lehrplan auf. Im Vergleich zu einem Vollzeitstudium ist die wöchentliche Studienzeit bei den meisten Modellen etwa um die Hälfte reduziert, damit die Studenten die Lehrveranstaltungen trotz beruflicher oder privater Pflichten besuchen können.

Dadurch, dass die Hälfte der Module aufgeschoben wird, verlängert sich die gesamte Studienzeit, weshalb es bis zum Abschluss eines Teilzeitstudiums rund doppelt so lange wie für den gleichen Lehrstoff unter Vollzeitbedingungen dauern kann. Die regulären Semesterbeiträge reduzieren sich – im Gegensatz zu den Langzeitgebühren – für Teilzeitstudenten nicht. Das Teilzeitstudium hat außerdem Auswirkungen auf die Versicherungsbeiträge und die staatliche Finanzierbarkeit.

Voraussetzungen

Die konkreten Bedingungen, unter denen ein zeitreduziertes Studium genehmigt wird, können an den Universitäten variieren. Einige bieten die Möglichkeit in Teilzeit zu studieren beispielsweise nur für einzelne Semester oder nach Genehmigung einer zwischengeschalteten Fachberatung an.

Was die Universitäten aber verbindet, ist die Tatsache, dass sie die Zulassung unter bestimmte Voraussetzungen stellen. Dazu zählt, dass der Student einen fristgerechten Antrag stellen und die familiäre Betreuungssituation nachweisen muss. Damit sich der Elternteil an der Universität einschreiben kann, dürfen dessen zu betreuende (Pflege-) Kinder außerdem noch nicht volljährig sein.

Die staatlichen Universitäten stellen in Bezug auf die Aufnahmebedingungen oftmals höhere Ansprüche als die privaten Hochschulen, an denen es häufig eine größere Auswahl an Teilzeitangeboten gibt. Doch trotz des mittlerweile recht großzügigen Angebots (knapp 20 Prozent aller Studiengänge), ist es noch immer so, dass es für den Großteil der Studienfächer derzeit keine Teilzeitoptionen gibt.

Verschiedene Fachbereiche

Diese exemplarischen Fachbereiche bieten die meisten Universitäten als Teilzeitmodelle an:

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Was sind die Vorteile für frisch gebackene Eltern?

Die genauen Vorteile des Teilzeitstudiums hängen unter anderem mit dem Hochschulgesetz des Landes und mit für die jeweilige Universität geltenden Rechtsnormen zusammen. Es kann also sein, dass Sie von den Regelungen einer bestimmten Universität besonders profitieren, weil es zwischen den Lehrstätten Unterschiede gibt.

Die nachfolgenden Annehmlichkeiten sind aber in allen Teilzeitstudiengängen gleich:

  • Flexibler Stundenplan: Die wissenschaftlichen und familiären Anforderungen lassen sich miteinander kombinieren. Das kann verhindern, dass in einem oder beiden der Bereiche immenser Leistungsdruck entsteht, wodurch es zu Überforderungssituationen und daran gekoppelten zukunftsrelevanten (Fehl-) Entscheidungen (beispielsweise Studien- oder Schwangerschaftsabbruch) kommen kann.
  • Verlängerte Regelstudienzeit: Die Regelstudienzeit des Teilzeitstudiums ist doppelt so lang. Das führt zu einer spürbaren Entlastung und mindert den Zeit-, Prüfungs- und den allgemeinen Leistungsstress.
  • Finanzielle Grundsicherung: Obwohl das Teilzeitstudium nicht auf Grundlage des Bundes­ausbildungs­förderungs­gesetzes (BAföG) gefördert werden kann, gibt es mit der Möglichkeit auf Wohngeld und Hartz-IV alternative monetäre Entlastungen.
  • Elternzeit: Frisch gebackene Eltern können die gesamte Dauer der Elternzeit in Anspruch nehmen, ohne dass sie seitens des Arbeitgebers einen unterschwelligen Druck verspüren.
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  • Kombiniertbarkeit: Eltern, die gleichzeitig ein Kind groß ziehen und die Universität besuchen, müssen täglich einen Spagat zwischen diesen beiden Mammutaufgaben bewältigen. Dabei geht es nicht nur darum, die Existenz des Kindes zu sichern, sondern es auch altersgerecht zu fördern und sozial zu integrieren. Soziale Unternehmungen sind essenziell, sie erfordern aber auch einiges an Zeit. Das Teilzeitstudium schafft genügend Möglichkeiten, um die Bedürfnisse der Eltern und ihrer Kinder bestmöglich miteinander zu kombinieren.

Bewerbervorteil: Die Fähigkeit, Studium und Familie unter einen Hut zu bekommen, setzt Durchhaltevermögen, Organisationstalent und Biss voraus. Dieses Konvolut an Eigenschaften kann dem zukünftigen Arbeitgeber imponieren. Außerdem kann eine bereits abgeschlossene Familienplanung aus Arbeitgebersicht, in Schichtbetrieben und in Berufen, die Konstanz erfordern, mit Vorteilen verbunden sein.

Flexible Kursbelegung/verlängerte Regelstudienzeit

Teilzeitstudiengänge zeichnen sich besonders durch ihre familienfreundlichen Zeitmodelle aus. Das ist für studierende Eltern besonders wichtig, weil die Tagesplanung durch einen familiär bedingten Zwischenfall jederzeit ins Wanken kommen kann. Das sind die zeitlichen Besonderheiten des Teilzeitstudiums im Überblick:

  • Flexibilität: Studenten, die in Teilzeit studieren, nehmen an den regulären Veranstaltungen teil. Das heißt, dass sie gemeinsam mit den Vollzeitstudenten zu den Kursen gehen. Inhaltlich sind die einzelnen Module also ganz normal.
    Der Vorteil liegt darin, dass Teilzeitstudenten den Lehrplan so zusammenstellen können, dass er bestmöglich zu ihrem Familienleben passt. Es geht also darum, die Präsenzveranstaltungen so zu wählen, dass sie in Kombination mit der Kinderbetreuung auf geeignete Wochentage oder das Wochenende fallen oder gut in Blöcken zu bewältigen sind.
  • E-Learning: Einige Universitäten bieten einen Großteil ihres Lernmaterials auf einer Onlineplattform an, sodass die Möglichkeit der Heimarbeit besteht.
  • Teilzeitpraktika: Die Praxisphasen lassen sich in Teilzeit für gewöhnlich ebenfalls reduzieren.
  • Gefahrenbeurteilung: Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass es in bestimmten Studiengängen während der Schwangerschaft und Stillzeit zu organisatorischen Hindernissen kommen kann. So ist im Medizinstudium die Belegung verschiedener Module für werdende oder frisch gebackene Mütter untersagt, da es (beispielsweise aufgrund von Kontakt zu gesundheitsschädlichen Substanzen) anderenfalls zu einer Kindsgefährdung kommen kann. Aus diesem Grunde gibt es bezüglich der Schwangerschaft gegenüber der Uni sogar eine Mitteilungspflicht. Ein faktisches Problem ist das aber nicht, da die betroffene Studentin ihren Kursplan einfach alternativ belegen und die verschobenen Module in einem späteren Semester nachholen kann.

Tipp: Den Vorlesungsstoff bewältigen die Studenten in der Regel zwar allein, in anderen Bereichen können jedoch auch Gruppenarbeiten vorgeschrieben sein. Da Teilzeitstudenten im Studium langsamer voranschreiten und unter anderen zeitlichen Bedingungen studieren, bietet es sich an, dass sie sich für Gemeinschaftsaufgaben mit anderen Teilzeitstudenten zusammentun.

Gespräch suchen

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Sonstige Erleichterungen sind im Ablauf der Teilzeitangebote eigentlich nicht vorgesehen. Trotzdem treffen junge Eltern im direkten Gespräch mit ihrem Dozenten oftmals auf Kulanz. So kann es beispielsweise möglich sein, dass die Kursleiter nach Darlegung der familiären Lage verspätete Abgaben, Prüfungsverlegungen oder die Anwesenheit des Kindes im Hörsaal tolerieren.

In welcher Zeit der Lehrstoff zu bewältigen ist, hängt am Ende nicht nur von der individuellen Doppelbelastung, sondern vor allem von der Prüfungsordnung ab. Dadurch, dass Teilzeitstudenten nur die Hälfte der Module zur selben Zeit wie ihre in Vollzeit studierenden Kommilitonen belegen, benötigen sie für den Abschluss des Studiums auch das Doppelte an Zeit. Damit das den Teilzeitstudenten nicht zum Verhängnis wird, werden zwei Teilzeitsemester wie ein Semester des Vollzeitstudiums gezählt. Kurz: Die Regelstudienzeit verdoppelt sich!

Uniinterne Kinderbetreuungsangebote

Selbst in einem flexiblen Teilzeitstudium kann das Leben mit einem Kind spontanen Herausforderungen, etwa aufgrund von Ausfällen in der Kita, unterworfen sein. Für solche und ähnliche Fälle, gibt es am Campus und in dessen Nähe oft ein umfassendes Kinderbetreuungsangebot. Die Gesamtheit der uniinternen Kinderbetreuungsangebote setzen sich in der Regel aus mehreren Unterstützungsangeboten, wie den Folgenden, zusammen:

  • Beratungsstellen für studierende Eltern, um Fragen rund um Finanzierungshilfen und Co. zu klären.
  • Sozialberatungsstellen der Universitäten bieten im Notfall finanzielle Unterstützung an.
  • Lokale Kinderbetreuung durch pädagogisches Fachpersonal. Tipp: Da einige Betreuungsangebote an bestimmte Altersklassen, an Wartezeiten oder an konkrete Zeitfenster (Beispiel: Wochenend-, Abend-, Notfall- oder Kurzzeitbetreuung) gekoppelt sind, sollten sich der betroffene Elternteil frühzeitig über den Leistungsumfang informieren, damit er ungestört in Teilzeit studieren kann.
  • Eltern-Kind-Zimmer, in denen geschlafen, gespielt und Hygiene betrieben werden kann.
  • Spielkisten mit Materialien zur kindgerechten Beschäftigung.
In diesem ausführlichen Artikel erfahren Sie alles wissenswerte und darüber hinaus nützliche Tipps für die Rückkehr nach der Elternzeit...