Der Kaiserschnitt - Was du unbedingt wissen solltest

Kaiserschnitt

 

Nicht selten plagen Ängste und Verunsicherungen die werdende Mama, was unvermeidlich Fragen zur bevorstehenden Entbindung aufwirft. Soll mein Baby natürlich zur Welt kommen oder per Kaiserschnitt? Die Angst der Schmerzen bei der natürlichen Geburt, aber auch die Bedenken, was alles schief laufen kann, während man auf der Entbindungsstation liegt und mit den Wehen kämpft, bergen die Erwägung einen Kaiserschnitt durchführen zu lassen.

Die beste Geburt ist ohne Frag die natürliche, bei der keine Komplikationen auftreten, kein Dammriss oder Dammschnitt stattfindet und ohne Einsatz der Saugglocke/Zange. Solch eine Bilderbuchgeburt kann jedoch nicht vorausgesagt werden und ist leider relativ selten der Fall.  

Ob dein Baby nun per Kaiserschnitt oder per natürliche Geburt zur Welt kommen soll besprichst du entweder mit deinem Frauenarzt oder beim Kreißsaalbesuch mit deiner Hebamme. Wichtig für dich ist es die Risiken beider Entbindungsmethoden zu kennen und selbst zu entscheiden was für dich das Beste ist. 

Hier nun eine Zusammenfassung zum Kaiserschnitt

Die Geschichte des Kaiserschnitts

Der erste dokumentierte Kaiserschnitt vollbrachte im Jahre 1500 n.Ch. Jakob Nufer in Siegershausen. Siegershausen liegt in der Schweiz, wo Nufer den Kaiserschnitt an seiner Frau durchführte, die genauso wie das Baby, diesen Eingriff überlebte. Das Zunähen der aufgeschnittenen Gebärmutterwand war hier entscheidend. Hierzu muss man wissen, dass alle Versuche eines Kaiserschnittes zuvor unweigerlich zum Tode geführt haben, da die Gebärmutterwand, mit der Annahme sie würde von selbst wieder zusammen wachsen, nicht zugenäht wurde. Aus medizinischer Sicht entwickelte dann der Heidelberger Gynäkologe Kehrer im 19. Jahrhundert, basierend auf Jakob Nufer´ s Durchführung, die wissenschaftliche Vorgehensweise, die bis heute bestand hat. Mit dem Anstieg des medizinischen Wissens, ist aus dem anfänglich riskanten Eingriff eine routinemäßige Operation geworden.    

Der Ablauf des Kaiserschnittes

Ein Kaiserschnitt kann geplant stattfinden oder bei einem Notfall während der natürlichen Geburt eingesetzt werden. Wie bei einer Operation wird eine regionale Anästhesie durchgeführt, sodass die werdende Mama bei vollem bewusst sein ist. Bei einem Notfall jedoch, wird auf eine Vollnarkose zurückgegriffen, um schnell handeln zu können. Bei einem Notfall kann das Baby innerhalb kürzester Zeit (3 - 5 Minuten) geholt werden. Nachdem der Scharmbereich rasiert und der Blasenkatheter gelegt wurde, denn die Harnblase muss für diesen Eingriff leer sein, wird die Bauchdecke oberhalb des Scharmhaaransatzes aufgeschnitten. Alle Hautschichten werden dadurch zertrennt. Die Gebärmutter wird durch einen weiteren Schnitt geöffnet und das Baby wird herausgeholt. Die Plazenta wird entfernt und die Gebärmutter und die Bauchdecke werden wieder zusammen genäht. Der gesamte Eingriff dauert circa 30 Minuten, wobei das Zusammennähen die meiste Zeit einnimmt. Eine sanftere Methode ist die Operation nach Misgav-Ladach. Der einzige Unterschied ist, dass die Bauchdecke nur minimal angeschnitten und das restliche Gewebe mit den Händen auseinander gezogen wird.

Wann ist der Kaiserschnitt ein muss

  • Wenn dein Baby nicht richtig liegt. (Beckenendlage oder Querlage)  
  • Wenn du mehr als nur ein Baby bekommst. (Mehrlingsgeburt) Dies ist jedoch auch abhängig von der Lage deiner Babys 
  • Wenn deine Plazenta den Geburtsweg versperrt. (plazenta praevia)
  • Bei einer Behinderung deines Babys
  • Bei Risiken, die während der Geburt auftreten und dich und dein Baby gefährden (z.B. Sauerstoffmangel beim Baby, da sich die Nabelschnur um den Hals gewickelt hat oder wenn sich die Herztöne deines Babys verschlechtern) 
  • Wenn der Kopf deines Babys nicht durch dein Becken passt 
  • Wenn deine Wehen aussetzen 

Vorteile des Kaiserschnitts

  • Kein Sauerstoffmangel bei deinem Baby
  • Die Sterblichkeitsrate eines Babys bei einem Kaiserschnitt ist sehr gering
  • Keine Gefahr auf Schädel- oder Schlüsselbeinbruch
  • Keine Wehenschmerzen
  • Keine Dammriss oder Dammschnitt bei der Mama
  • Keine Schäden am Beckenboden bei der Mama
  • Keine Blasensenkung und kein Harnverlust 

Risiken beim Kaiserschnitt

  • Dein Baby kann Anpassungsschwierigkeiten haben und muss dann vorerst überwacht werden
  • Anfängliche Problem mit der Atmung, da das Fruchtwasser nicht komplett aus der Lunge gepresst wird
  • Allgemeine Gefahr einer Operation
  • Risiko eines erhöhten Mutterkuchens bei der nächsten Geburt
  • Risiko einer Blaseninfektion

Der große Nachteil eines Kaiserschnittes für dein Baby

Viele Experten vermuten einen nicht definierten Einfluss auf die psychische des Babys bei einem Kaiserschnitt. Der Weg durch den Geburtskanal ist ein wichtiges und natürliches Element der Geburt, das beim Kaiserschnitt komplett wegfällt. Ob das Baby diesen Prozess für eine innere Stabilität benötigt und ob die Bindung zwischen Mutter und Kind negativ beeinflusst wird  ist jedoch unklar.

Gesundheitliche Risiken sind für das Neugeborene möglich, denn bei der natürlichen Geburt wird beim Weg des Babys durch den Geburtskanal das gesamte Fruchtwasser vollständig aus der Lunge gepresst, was beim Kaiserschnitt nicht der Fall ist. Folglich kann es zu Atemschwierigkeiten kommen. Dieses Atemnot – Syndrom ist beim Kaiserschnitt sehr viel häufiger zu beobachten, als bei einer natürlichen Geburt.

Auch die Tränenweg - Stenose ist im Zusammenhang mit dem Kaiserschnitt gesondert zu beachten. Eine Verengung der Tränenwege kann ein Resultat des ausbleibenden natürlichen Geburtsprozesses sein. Der Begriff „Bonding“ steht für die Mutter-Kind-Bindung unmittelbar nach der Geburt und ist nach einem Kaiserschnitt nicht im vollen Maße möglich. Hier erfährst du alles über das „Bonding“ .        

Kaiserschnitt - Rechte und Krankenkasse

Der Kaiserschnitt und die natürliche Geburt sind aus medizinischer Sicht zwei gleichwertige Behandlungsmaßnahmen. Die Rechtslage besagt: Sind die Therapien gleichwertigen hat der Patient das Recht zu entscheiden!  Somit triffst du, als werdende Mutter die Entscheidung, ob du natürlich gebären willst oder ob du einen Kaiserschnitt bevorzugst. In Deutschland kommt jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt.

Da ein Kaiserschnitt doppelt so teuer ist wie eine natürliche Geburt ist der Kaiserschnitt auch für Ärzte ein lohnendes Geschäft. Ist ein Kaiserschnitt notwendig, werden die Kosten von der Krankenkasse getragen. Bei einem Wunschkaiserschnitt ist es jedoch ratsam dies mit seiner Krankenkasse zu besprechen, um herauszufinden welche Kosten genau gedeckt werden.