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Abbruch der Schwangerschaft – Wieso wir beim Abbruch der Schwangerschaft von Abtreibung sprechen

Abtreibung Schwangerschaft 720

Wenn eine Frau sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, kann dies mehrere Gründe haben. Ein Abbruch ist hierbei eine gewollte Beendigung der Schwangerschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt. Entscheidend ist hier das Adjektiv „gewollt“, denn ein Schwangerschaftsabbruch hat rein gar nichts damit zu tun, dass eine werdende Mama ihr Kind aus biologischen Gründen verliert. Doch weshalb ist bei einem Abbruch der Schwangerschaft immer die Rede von Abtreibung. Dies hängt mit der Art und Weise zusammen, wie der kleine Embryo aus dem Mutterleib entfernt wird. Der kleine Embryo wird entweder aus der Gebärmutter heraus gesaugt oder durch gewisse Hormonzugaben dazu gezwungen den Unterleib der Frau zu verlassen. Beide Vorgehensweisen sind mehr oder minder eine Art den Embryo im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Leib der Frau auszutreiben.

Gewiss wurde ein solch negativer Begriff wie Abtreibung definiert, denn ein Abbruch der Schwangerschaft ist doch mit sehr vielen moralischen Fragen behaftet. Wenn von „austreiben“ gesprochen wird handelt es sich beispielsweise um böse Geister, die einem Wesen ausgetrieben werden sollen. Es geht zumeist um die Entfernung von etwas Negativem aus etwas Positiven. So entsteht unterbewusst eine sofortige Wertigkeit, nur durch die getroffene Wortwahl. Diese Betrachtung geht eventuell doch ein wenig ins Esoterische. Wir bleiben deshalb bei der Begrifflichkeit abtreiben und ihrer Assoziation zum Vorgang des Schwangerschaftsabbruchs.

Die Methoden der Abtreibung

Das Absaugen des Embryos ist einer der am meisten angewendeten Methoden in Deutschland. In wenigen Minuten kann der Schwangerschaftsabbruch zwischen der 6. und der 14. Schwangerschaftswoche vollzogen werden, indem mit einem schmalen Sauger der Embryo, samt Fruchtsack und Schleimhaut, herausgetrieben wird. Die Patientin wird nur lokal betäubt. Für den Arzt stellt dieser Eingriff keine wirkliche Herausforderung mehr da.

Bei einem medikamentösen Abbruch der Schwangerschaft wird durch Hormonpräparate der Hormonhaushalt so verändert, dass der Muttermund sich öffnet. Einige Tage später wird durch Zugabe von Prostaglandin die Gebärmutter wieder zusammengezogen, sodass der Embryo sich von der Plazenta löst und automatisch aus dem Unterleib der Frau ausgetrieben wird. In Deutschland lassen circa 15 % aller Schwangeren ihr Baby abtreiben.

Der moralische Aspekt der Abtreibung

Wir wollen uns jedoch nicht zu sehr auf die Methoden der Abtreibung versteifen, sondern den moralischen Aspekt durchleuchten, den der Name Abtreibung, wie oben beschrieben, schlichtweg in sich trägt. Bei der Frage nach der Moral stehen sich zwei entscheidende Faktoren gegenüber. Religiöse Aspekte werden hier bewusst außen vor gelassen.

Auf der einen Seite steht die Selbstbestimmung der Frau, auf der anderen die bewusste Tötung eines Lebewesens. Die Selbstbestimmung der Frau steht bei einem Abbruch der Schwangerschaft der Tötung eines Lebewesens im direkten Zusammenhang gegenüber, wobei die Selbstbestimmung absolut gewahrt werden sollte. Welche Argumente eine Frau mit sich vereinbart und welche Überlegungen sie in ihrem tiefsten Inneren trifft, ist ein Bestand, der gewahrt und nicht unterdrückt werden sollte. Hier im Einzelnen auf Gründe, weshalb abgetrieben werden kann oder weshalb nicht, einzugehen, ist an dieser Stelle fehl am Platz, denn das weibliche Individuum trägt solche inneren Konflikte mit sich selbst aus und wägt am Ende des Tages für sich selbst den passenden Weg ab. Es steht viel mehr die Frage im Raum, ab wann ein Lebewesen ein Lebewesen ist. Auch hier wird oftmals gestritten, was eine Diskussion unmöglich macht, da jeder aus seiner eigenen Wahrnehmung heraus argumentieren wird. Hier soll lediglich ein Denkanstoß entstehen, um eventuell die Sicht zu schärfen.

Ein Embryo ist sicherlich ein Lebewesen. Was es spürt und empfindet, sei dahingestellt. Es fällt auf, dass viele Menschen ein Lebewesen, das sich im Bauch befindet, ergo noch nicht wirklich mit uns kommunizieren kann, als kein vollwertiges Lebewesen betrachtet wird. Das Gleiche ist bei Tieren und bei bereits geboren Säuglingen zu beobachten. Der Unterschied zwischen Tieren, Säuglingen und Embryos ist deren Kommunikationsverhalten, welches für uns ausgewachsenen Menschen, nicht zugänglich ist. Die Sache mit der Kommunikation ist sogar noch auszuweiten auf Kinder und Menschen mit rhetorischen Schwächen.

Anders ausgedrückt ; Lebewesen, die sich verbal nicht auf einem von uns geglaubten hohen Niveau ausdrücken können, sind weniger wert. So sprechen wir einem Ausgebildeten, sich hervorragend artikulierenden Erwachsenen mehr Wert zu, als einem Kleinkind, das grade mal Mama und Papa sagen kann. Resultat daraus ist, dass Eltern wenig hinter ihren Kindern stehen und beispielsweise Lehrern, Ärzten und anderen Personen mehr Vertrauen schenken, als ihrem eigenen Nachwuchs. Solche Szenarien sind leider öfter der Fall, als man glaubt. Weiterhin ist es leider so, dass es eine Wertigkeit gibt, die die Wichtigkeit von Lebewesen kategorisiert. Der Tod eines Popstars ist schlimmer, als wenn in Afrika ein Kind verhungert, der Tod eines Schweines ist nicht so tragisch wie der Tod eines Hundes ect... diese Liste könnte man nun noch sehr lange weiter führen. So ist es kein Wunder, das die Wertigkeit eines Fötus ganz unten in der Rangliste steht. 

Diese Beschreibung des Umstandes ist lediglich ein Gedankengang, entstanden aus eigenen Beobachtungen und kann aufgenommen werden, um eigene Beobachtungen aufzustellen und sich daraus ein Bild zu machen. Der Wortlaut Abtreibung ist nicht zu Unrecht mit einer negativen Grundschwingung belegt. Der Begriff Abtreibung ist mit dem Vorgehen des Schwangerschaftsabbruches umwunden, trägt jedoch bereits eine negative Grundtonalität in sich. Trotzdem, und das sieht man an der Abtreibungsrate in Deutschland, scheint ein Abbruch der Schwangerschaft, also die Tötung eines Fötus, keine größere Verwerfung mit sich zu bringen und das ist absolut bedenkenswert.