Doppelt glücklich: Der besondere Zwillings­schwangerschaft Verlauf

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Eine Schwangerschaft ist ein ganz besonderes Erlebnis, das unser Leben für immer verändert. Wir verspüren am eigenen Körper, wie es ist, neues Leben zu erschaffen und es auf die Welt zu bringen. Gewissermaßen begeben sich Schwangere auf eine emotionale Reise, die von Höhen und Tiefen geprägt ist, aber immer von einem tief sitzenden Glück begleitet wird. Wie es wohl ist, dieses Glück gleich doppelt zu verspüren? Eine Antwort darauf werden Sie nur schwer finden, da jede Frau eine Zwillingsgeburt anders empfindet und sich das Erlebnis kaum beschreiben lässt. Unabhängig davon wissen wir dank der Errungenschaften der Forschung recht gut, wie Zwillingsschwangerschaften verlaufen.

Die Entstehung von Zwillingen

Es gibt keinen einheitlichen Entstehungsprozess für alle Arten von Zwillingen. Im Grunde kommt es darauf an, ob es sich um monozygote oder dizygote beziehungsweise eineiige oder zweieiige Zwillinge handelt. Während eineiige Zwillinge aus derselben befruchteten Eizelle entstehen, stammen zweieiige Zwillinge aus zwei getrennten Eizellen.

Eineiige und zweieiige Zwillinge – worin liegt der Unterschied?

Der Unterschied zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen liegt bereits im Namen, denn sie entstehen nicht auf dieselbe Weise. Zweieiige Zwillinge teilen nur etwa 50 % ihrer Gene. Die DNA eineiiger Zwillinge stimmt hingegen zu 99,99 % überein. Das liegt daran, dass sie aus derselben befruchteten Eizelle stammen. Dizygote Zwillinge wachsen zwar gleichzeitig im Mutterleib auf, aber entstehen aus zwei getrennten Eizellen, die von unterschiedlichen Spermien befruchtet wurden.

Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit von Zwillingen beeinflussen

Die Wahrscheinlichkeit einer Zwillings¬schwangerschaft in der Allgemeinbevölkerung liegt zwischen 1,5 % bis 2 %. Zugegebenermaßen ist das nicht allzu hoch, aber es gibt Faktoren, mit denen Sie die Wahrscheinlichkeit von Zwillingen erhöhen können. Einige potenzielle Einflussfaktoren sind:

  • Einnahme von Fruchtbarkeitsmedikamenten
  • Ernährung und sonstiger Lebensstil
  • Ethnische Zugehörigkeit
  • Geburten in der Vergangenheit
  • Genetische Veranlagung
  • Geringes Geburtenintervall
  • Mutter mit einem Alter von über 30 Jahren
  • Nutzung von assistierten Reproduktionstechniken

Bedenken Sie, dass selbst die Berücksichtigung aller genannten Faktoren keine Zwillingsschwangerschaft garantiert. Es handelt sich nun mal um einen komplexen biologischen Prozess, der nur sehr selten auftritt. Aus gutem Grund werden Zwillinge fast immer als großes Geschenk gesehen.

Früherkennung und Diagnose

Ob eine Zwillingsschwangerschaft vorliegt, wird normalerweise während routinemäßiger Untersuchungen beim Frauenarzt festgestellt. Falls Sie Anzeichen einer Schwangerschaft verspüren, sollten Sie in jedem Fall einen Schwangerschaftstest durchführen. Ärzte oder Hebammen können Ihnen sagen, ob eine Zwillingsschwangerschaft vorliegt. Zur Feststellung gibt es mehrere Verfahren.

Bluttests und genetische Screeningverfahren

Bluttests und vergleichbare Screeningverfahren basieren auf der Analyse von spezifischen Hormonen oder Proteinen. Sie können sowohl invasiv als auch nicht invasiv sein. Entsprechende Tests dienen in erster Linie der Feststellung von möglichen Anomalien wie dem Down-Syndrom, aber eignen sich auch zur Früherkennung einer Zwillingsschwangerschaft.

Körperliche Untersuchungen

Bei körperlichen Untersuchungen wird der Arzt oder die Hebamme Ihren Bauch abtasten. Ab einer gewissen Schwangerschaftswoche reicht bereits das zur Identifikation von Zwillingen aus.

Ultraschalluntersuchungen

Im Laufe einer Schwangerschaft fallen mehrere Ultraschalluntersuchungen an. Sie sind die beste Möglichkeit, um die Anzahl von Föten und ihre Position im Mutterleib zu bestimmen. Ferner können Ärzte mithilfe von Ultraschalluntersuchungen potenzielle Risiken frühzeitig erkennen.

Körperliche und emotionale Veränderungen der Mutter

Wenn eine Mutter über eine Zwillingsschwangerschaft und ihren Verlauf berichtet, wird sie normalerweise auch über alltägliche Veränderungen sprechen. Besagte Veränderungen sind sowohl körperlicher als auch psychischer Natur. Sie gelten zwar nicht nur für Zwillingsschwangerschaften, aber es ist erwiesen, dass Mütter mit Zwillingen, Drillingen etc. einer höheren Belastung ausgesetzt sind.

Auswirkungen auf den Körper

Nicht jede Frau erlebt eine Zwillingsschwangerschaft gleich. Was für körperliche Veränderungen auftreten und wie intensiv diese ausfallen, ist immer unterschiedlich. Zu den möglichen Auswirkungen auf den Körper gehören:

  • Beeinträchtigung des Verdauungssystems
  • Erhöhter Energiebedarf
  • Größerer Bauch
  • Höheres Gewicht
  • Hormonelle Schwankungen
  • Starke Belastung des Skelettsystems

Zusätzlich zu den körperlichen Auswirkungen müssen Sie bei einer Zwillingsschwangerschaft mit emotionalen Herausforderungen rechnen. Sie sind allerdings nicht alleine, sondern es gibt einige Unterstützungsangebote.

Emotionale Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten

Die mentale Vorbereitung auf eine Mehrlingsgeburt ist eine große Herausforderung. Womit die emotionale Belastung zusammenhängt, unterscheidet sich von Frau zu Frau. Sie kann beispielsweise mit den körperlichen Auswirkungen zusammenhängen, aber auch Angst vor Isolation, finanzielle Sorgen oder schlichtweg Überwältigung gehen mit emotionalen Veränderungen einher. Falls die Belastung zu stark ist, bieten sich diverse Unterstützungsmöglichkeiten an. Neben Familienmitgliedern oder Freunden gilt es auch Angebote wie Geburtsvorbereitungskurse, Selbsthilfegruppen oder Therapeuten zu nennen.

Praktische Tipps zur Bewältigung der Schwangerschaftsbeschwerden

Jede Frau geht anders mit der herausfordernden Situation um. Es gibt daher keine Lösung, die universell anwendbar ist. Trotzdem möchten wir Ihnen einige nützliche Tipps für Schwangerschaftsbeschwerden zeigen:

  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr
  • Bequeme und lockere Kleidung
  • Entspannungstechniken zum Stressabbau
  • Gespräche mit anderen Schwangeren
  • Gesunde Schlafgewohnheiten
  • Gute Körperhaltung
  • Leichte körperliche Aktivität
  • Medizinische Hilfsmittel wie Schwangerschaftskurse

Wenn Sie mit den Herausforderungen einer Zwillings¬schwangerschaft zu kämpfen haben, können all diese Tipps den Verlauf erleichtern. Zumal viele von ihnen auch außerhalb der Schwangerschaft zu einem gesünderen Leben beitragen.

Risiken und Komplikationen bei Zwillings¬schwangerschaften

An sich ist eine Zwillingsschwangerschaft für die werdende Mutter eine große Bereicherung. Allerdings ist erwiesen, dass Zwillingsschwangerschaften ein höheres Risiko als normale Schwangerschaften bergen. Es kann während der Schwangerschaft oder auch erst der Zwillingsgeburt zu Komplikationen kommen. Einige der größten Risiken sind Frühgeburten, Plazentaprobleme, Präeklampsien, Schwangerschaftsdiabetes und das Zwillingstransfusionssyndrom.

Die Entwicklung der Zwillinge im Mutterleib

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich eine Zwillingsschwangerschaft nicht von einer herkömmlichen Schwangerschaft. Es gibt jedoch einige Besonderheiten bei der Entwicklung der Zwillinge im Mutterleib.

Besondere Aspekte bei der Entwicklung von Zwillingen

Bei einer Zwillingsschwangerschaft teilen sich die Föten den begrenzten Platz im Mutterleib. Das wiederum bedeutet, dass die Babys kontinuierlich um Nährstoffe und Sauerstoff konkurrieren. Werdende Mütter müssen infolgedessen noch mehr als andere Schwangere auf eine ausreichende Energiezufuhr achten, um eine angemessene Versorgung sicherzustellen.

Unterschiede bei monozygoten und dizygoten Zwillingen

Wie die Zwillingsschwangerschaft genau abläuft, hängt davon ab, ob es sich um monozygote oder dizygote Zwillinge handelt. Monozygote teilen sich eine Fruchtblase und Plazenta, was zu einer engen Bindung führt. Diese Bindung ist auch bei Dizygoten gegeben, aber sie entwickeln sich unabhängiger voneinander, da sie jeweils ihre eigene Fruchtblase und Plazenta haben.

Geburtsvorbereitung und Geburt

Jede werdende Mutter wünscht sich bei ihrer Zwillingsschwangerschaft einen Verlauf, der möglichst angenehm und komplikationslos ist. Streng genommen haben Sie selbst bei großer Achtsamkeit niemals eine hundertprozentige Sicherheit. Trotzdem ist die Geburtsvorbereitung definitiv ein wichtiger Schritt, um möglichen Komplikationen vorzubeugen und gesunde Zwillinge auf die Welt zu bringen.

Besondere Vorkehrungen für die Geburt von Zwillingen

Aufgrund des höheren Risikos von Komplikationen ist eine kontinuierliche Überwachung durch Ärzte und Hebammen noch wichtiger als sonst. Eine solche umfasst beispielsweise, dass Sie in regelmäßigen Abständen spezielle Untersuchungen wahrnehmen. Nicht weniger wichtig ist eine umfassende Geburtsplanung.

Geburtsplanung und Geburtsvorbereitungskurse

Selbst eine werdende Mutter, die bereits eine Schwangerschaft hinter sich hatte, darf die Besonderheiten einer Zwillingsschwangerschaft nicht unterschätzen. Bei der Geburtsplanung legen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner Präferenzen im Hinblick auf Geburtsmethode, Geburtsort und Interventionen fest. Zusätzlich dazu sollten Sie Geburtsvorbereitungskurse besuchen, um mehr über die Besonderheiten von Zwillingsschwangerschaften zu lernen. Je besser Sie sich mit dem Thema auskennen, desto leichter werden Sie die auf Sie zukommenden Herausforderungen meistern.

Wahl der Geburtsmethode

Sofern beide Zwillinge in einer günstigen Position liegen und es auch sonst keine Komplikationen gibt, spricht nichts gegen eine vaginale Geburt. Eine vaginale Geburt ist natürlich, weswegen sie von vielen Müttern bevorzugt wird. Sollten Sie keine natürliche Geburt wünschen oder eine solche ist schlichtweg nicht möglich, bietet sich der Kaiserschnitt als Alternative an. Bei einem Kaiserschnitt öffnet der Chirurg die Bauchdecke und Gebärmutter mit einem Schnitt, um die Zwillinge direkt zur Welt zu bringen.

Leben mit Zwillingskindern

Nach einer erfolgreichen Zwillingsgeburt wollen sich die meisten Mütter nur noch ausruhen und ihre Babys im Arm halten. Früher oder später werden sie sich allerdings auch Gedanken um das Leben mit Zwillingskindern machen müssen. Im Grunde gelten – bis auf einige Besonderheiten – dieselben Rahmenbedingungen wie bei anderen Kindern.

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Bindungsaufbau und individuelle Bedürfnisse der Zwillinge

Eine der größten Besonderheiten bei Zwillingen ist, dass die Geschwister normalerweise eine deutlich intensivere Bindung haben. Sie haben nicht nur eine starke genetische Ähnlichkeit, sondern wachsen auch zusammen auf und machen gemeinsame Erfahrungen. Ihnen sollte trotzdem oder gerade deswegen klar sein, dass eine individuelle Bindung zu beiden Kindern von großer Relevanz für eine gesunde Entwicklung ist. Es handelt sich schließlich immer noch um zwei verschiedene Menschen. Geteilte Zeit ist daher mindestens genauso wichtig wie gemeinsame Zeit.

Familienleben und soziale Integration von Zwillingen

Zwillinge haben oft eine sehr starke Bindung zu ihrer Familie. Diese familiäre Verbundenheit sollten Sie unbedingt stärken. Wichtig ist nur, dass die soziale Interaktion nicht vernachlässigt wird. Sie sollten den Zwillingen die Möglichkeit geben, sich abseits von ihrem familiären Umfeld in die Gesellschaft zu integrieren. Zudem ist auch Hilfe bei Konflikten wichtig. Zwillinge kommen zwar erfahrungsgemäß relativ gut miteinander aus, aber gelegentliche Rivalitäten sind keine Seltenheit.

Unterstützung und Organisation im Alltag

Nicht alle Familien meistern auf Anhieb das Leben mit Zwillingen. Das ist in Ordnung, aber bedeutet auch, dass sie sich gegebenenfalls Unterstützung suchen sollten. Als Unterstützung kommen in erster Linie Familienmitglieder oder Freunde infrage, aber gegebenenfalls ist auch professionelle Unterstützung durch Therapeuten oder andere Experten denkbar. Bei der Organisation des Alltags sollten Sie unbedingt Ihren Partner einbeziehen. Eine ehrliche und offene Kommunikation ist entscheidend, um den Alltag mit Zwillingen zu bewältigen. Denken Sie immer daran, dass auch andere Mütter vor Ihnen die Herausforderung gemeistert haben. Sie können das auch!

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