Ist Schimmel im Keller gefährlich während einer Schwangerschaft?

 In Ratgeber

Anzeige

 

Der Begriff Schimmel wird im Volksmund im Zusammenhang mit verdorbenen Lebensmitteln verwendet. Das verschimmelte Brot oder der mit weißlich-grünen Ablagerungen durchzogene Joghurt sind den meisten Menschen bekannt. Die Bildung von Schimmel ist auch in der Wohnung, im Haus und insbesondere im Keller möglich. Der Schimmel durchzieht die Wände und kann Sporen entwickeln. Ob Schimmel im Keller gefährlich ist und worauf Schwangere im Zusammenhang mit Schimmelpilzsporen achten sollten, das wird nachfolgend näher erläutert.

Gefahren von Schimmel während der Schwangerschaft

Schimmel ist eine allgemeine Bezeichnung für die sichtbaren Spuren, die Schimmelpilze hinterlassen. Die Pilzarten, die als Schimmelpilze bezeichnet werden, gehören taxonomisch zu den Gruppen der Zygomyzeten und Ascomyzeten. Die Pilze sind filamentös und können organische Substanzen abbauen. Schimmelpilze sind in der Lage, Sporen zu bilden. Die Sporen verteilen sich in der Luft und sollten nicht eingeatmet werden.

Schimmel in Wohnung, Haus und Keller

Wenn Feuchtigkeit Haus-, Wohnung- oder Kellerräume durchzieht, dann besteht Schimmel-Gefahr. Die Nässe sowie das Material von Keller- und Hauswänden dienen dem Schimmel als Nährboden. Die lästigen filamentösen Pilze fühlen sich auch in kühlen Hausbereichen wohl, die unzureichend belüftet werden. Das Lüften ist besonders an Stellen notwendig, die für Feuchtigkeit anfällig sind. Dazu gehören beispielsweise Badezimmer, Gäste-WC, Waschküche und Kellerräume. An den Fenstern kann sich ein sogenanntes Kondensat bilden, das ebenfalls zur Schimmelbildung beiträgt. Es ist ratsam, ausreichend zu lüften und im Winter die Regeln zum Stoßlüften zu beachten. Wenn sich Schimmel in Haus-, Wohnung- oder Kellerräumen gebildet hat, dann ist eine fachgerechte Entfernung des filamentösen Pilzes notwendig.

Gefahr von Schimmel und Schimmelpilzsporen

Schimmel und die von den filamentösen Fungi gebildeten Sporen sind für Mensch und Tier gesundheitsgefährdend. Bestimmte Pilzsporen und Pilzbestandteile können Allergien sowie Infektionen auslösen. Das Auftreten von Reizungen und Entzündungen ist ebenfalls möglich. Schimmel bildet giftige Substanzen, die als Mykotoxine bezeichnet werden. Die Mykotoxine sorgen beispielsweise für Schimmelpilzvergiftungen. Damit keine Krankheitssymptome entstehen, sollte der Schimmel fachgerecht beseitigt werden. Die notwendigen Sanierungsarbeiten müssen professionell erfolgen. Der Schimmel muss gründlich entfernt werden. Wenn der filamentöse Pilzbefall nicht nachhaltig beseitigt wird, dann kommt es zu einem erneuten Auftreten von Schimmel.

Mögliche Folgen durch Schimmel während der Schwangerschaft

Schwangere sollten sich nicht zu lange in Räumen aufhalten, die von Schimmel befallen sind. Es ist ratsam, Kellerräume, Schlafzimmer, Badezimmer und andere Bereiche zu meiden, die nachweislich einen Schimmelbefall aufweisen. Die werdende Mutter sollte sich zudem nicht in Haus oder Wohnung aufhalten, wenn Schimmel im Keller entfernt wird. Die Schimmelpilzsporen verteilen sich über die Luft und gelangen in andere Räume. Während der Sanierungsarbeiten werden die schädlichen Sporen vermehrt freigesetzt. Eine hohe Sporenbelastung stellt für die werdende Mutter und den Fötus eine gesundheitliche Gefahr dar. Wenn keine Sporenbelastung im Haus besteht und eine Kellersanierung geplant ist, dann sollte diese nach Möglichkeit nicht während der Schwangerschaft erfolgen. Wird bei einer Kellersanierung ein Schimmelbefall festgestellt, dann darf die werdende Mutter keinem Risiko ausgesetzt werden. Eine Fachfirma zur Entfernung des Schimmels sowie die behandelnde medizinische Fachkraft können Sie über gesundheitliche Risiken und Möglichkeiten aufklären.

Lungenentzündung durch Schimmelsporen

Sporenbildende Fungi stellen für werdende Mütter eine große gesundheitliche Belastung dar. Zu den schädlichen Schimmelarten gehört beispielsweise Aspergillus niger (Schwarzschimmel). Aspergillus niger ist ein Gießkannenschimmel, der schädliche Schimmelpilzsporen bildet und bei Menschen bestimmte Krankheitssymptome auslöst. Bei einem Befall mit einem Gießkannenschimmelpilz kann es zu einer Aspergillus-Lungenentzündung kommen. Eine solche Entzündung wird medikamentös behandelt. Bestimmte Medikamente können schädlich für das ungeborene Kind sein. Werdende Mütter sollten das Risiko einer Lungenentzündung vermeiden und sich nicht in Räumen aufhalten, die von einer Schimmelart befallen sind.

Medikamente für die werdende Mutter

Es ist ratsam, während der Schwangerschaft keine Medikamente einzunehmen. Das gilt sowohl für rezeptpflichtige als auch für frei erhältliche Präparate. Die Wirkstoffe in den Arzneimitteln können nicht nur Auswirkungen auf die Schwangere, sondern auch auf das ungeborene Kind haben. Bestimmte Arzneimittel passieren die Plazenta und besitzen eine fruchtschädigende Wirkung. Eine werdende Mutter sollte ärztlich abklären lassen, welche Medikamente sie einnehmen darf.

Schimmel im Keller kann gefährlich sein und die Schimmelsporen stellen ein gesundheitliches Risiko für den Fötus und die werdende Mutter dar. Durch Schimmel werden Beschwerden wie Allergien, Asthma oder Atemwegsreizungen ausgelöst. Des Weiteren kann es zu einer Lungenentzündung kommen. Die Beschwerden werden in der Regel medikamentös behandelt. Für die Therapie von Allergien werden beispielsweise Antihistaminika eingesetzt und eine Lungenentzündung wird häufig mit einem Antibiotikum behandelt. Für Schwangere ist eine medikamentöse Therapie problematisch und Arzneimittel gegen die genannten Erkrankungen dürfen nicht leichtfertig eingenommen werden. Schwangere sollten nicht nur Aspergillus-Sporen meiden, sondern auch keine verschimmelten Nahrungsmittel essen. Mykotoxine in Lebensmitteln sind für werdende Mütter und den Fötus ebenfalls mit gesundheitlichen Risiken verbunden.

Ist eine Kellersanierung mit einer Schwangeren im Haus ratsam?

Wenn der Schimmel im Keller gefährlich ist und fachgerechte Sanierungsarbeiten notwendig sind, dann müssen alle Bewohner des Hauses umgehend informiert werden. Während der Kellersanierung sollte sich im Haus keine werdende Mutter aufhalten. Es werden vermehrt Schimmelsporen freigesetzt und diese stellen ein gesundheitliches Risiko für das ungeborene Kind und die Schwangere dar. Sie sollten bei einem Schimmelbefall des Kellers Fachpersonal zurate ziehen. Die Fachkräfte können Sie eingehend beraten und Ihnen erläutern, welche Gefahr für eine Schwangere und den Fötus besteht. Betrifft der Schimmelbefall ausschließlich den Keller und hat sich nicht in andere Räume ausgebreitet, dann sollten Sie mit dem Fachpersonal besprechen, wann der beste Zeitpunkt für eine Sanierung ist.
Wenn eine Schimmelsanierung notwendig ist, dann hängt der Arbeitsaufwand von der Bausubstanz und der befallenen Fläche ab. Des Weiteren spielt der Fortschritt des Schimmelbefalls eine Rolle. Schimmel schädigt die Bausubstanz und bei einem Befall im Keller ist eine Zustandsüberprüfung der Trägerbohlwände ratsam.

Schimmeltest zur Risikoreduzierung

Sie haben die Möglichkeit, direkt auf Schimmelpilze in Wohnung, Haus oder Keller zu testen. Wenn es in einem Raum modrig riecht, dann besteht ein Verdacht auf Schimmel. Der filamentöse Pilz kann sich auch versteckt ausbreiten und unter dem Putz oder dem Fußboden wachsen. Ein zuverlässiger Schimmeltest erkennt Schimmelpilzbelastungen in Wohnung, Haus und Kellerräumen. Sie erhalten ein passendes Test-Kit im Internet. Mithilfe des Test-Kits können Sie selbst Proben entnehmen und in einem Labor auswerten lassen.

Beim Kauf eines solchen Schimmeltests sollten Sie darauf achten, dass der Anbieter seriös ist und die Auswertung der Proben in einem professionellen Labor erfolgt. Sie können sich direkt von einer Fachfirma für Schimmelerkennung und Gebäudesanierung beraten lassen. Ein Schimmeltest oder eine Beratung durch eine Fachfirma ist auch ohne Schwangerschaft und Kinder im Haushalt ratsam. Schimmel und Schimmelsporen sind für jeden Menschen ein Risiko. Haustiere leiden ebenfalls unter schädlichen Sporen und können krankhafte Symptome entwickeln.

Fazit

Schimmel im Keller sollte fachgerecht und professionell entfernt werden. Der filamentöse Pilz ist Sporen bildend und die Sporen sind für die werdende Mutter und den Fötus gesundheitsschädlich. Bei Sanierungsarbeiten können vermehrt Schimmelsporen frei werden und schwangere Personen sollten sich während der Kellersanierung nicht im Haus aufhalten. Welche Gefahren Schimmel für die werdende Mutter und den Fötus darstellt, das erklärt Ihnen eine ärztliche Fachkraft.