In Vitro Fertilisation - Welche Arten der künstlichen Befruchtung gibt es noch?

Künstliche Befruchtung

Die künstliche Befruchtung ist eine Methode die Schwangerschaft durch medizinische Beihilfe zu erwirken. Wenn die Versuche ein Kind zu zeugen also erfolglos sind, gibt es verschiedene Formen der künstlichen Befruchtung.

Die In - Vitro – Fertilisation

In den 60er Jahren wurde diese Befruchtungsmethode, die wenn sie aus dem lateinischen übersetzt wird, Befruchtung im Glas bedeutet, entwickelt. Genau dabei handelt es sich nämlich bei der In – Vitro – Fertilisation. Die Eizelle wird mit dem Spermium in einem Glas zusammengebracht und befruchtet. Bei 50 – 70 % der Befruchtungsversuche ist diese Methode erfolgreich. Es gibt vier verschiedene Methoden innerhalb der In - Vitro – Fertilisation:

Die klassische In-vitro-Fertilisation (IVF)

Spermien und Eizelle werden in einem Reagenzglas zusammengeführt, so dass eine Befruchtung stattfindet. Das Sperma wurde aufbereitet und besteht zum größten Teil aus beweglichen Spermien.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Ist die Anzahl der Spermien sehr gering, sind die Spermien sehr unbeweglich oder sind die Spermien mit Antikörpern belastet, wird ein einzelnes Spermium unter einem Mikroskop mit einem Mikromanipulator, das ist ein Gerät ähnlich einer Injektionsspritze, in die Eizelle befördert. Das Sperma wurde hierbei durch eine natürliche Ejakulation des Mannes gewonnen.

Testikuläre Spermienextraktion mit ICSI (TESE-ICSI)

Auch bei dieser Methode wird ein einzelnes Spermium mittels eines Mikromanipulators in die Eizelle gespritzt, nur wird das Sperma bei dieser Methode direkt aus dem männlichen Hoden entnommen. Das Entnehmen des Spermas aus dem Hoden wird Hodenbiopsie genannt.

Mikrochirurgische Epididymale Spermatozoenaspiration (MESA-ICSI)

Diese Methode hat nur ein Unterscheidungsmerkmal zur oben genannten TESE-ICSI. Das Sperma wird nicht aus dem Hoden gewonnen, sondern durch einen operativen Eingriff aus dem Nebenhoden. Das weitere Vorgehen ist wieder wie bei der Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

Die intrauterine Insemination (IUI):

Bei dieser Methode der künstlichen Befruchtung wird das Sperma der Eizelle in der Gebärmutter nahe gebracht und nicht wie bei der klassischen In - Vitro – Fertilisation im Reagenzglas. Das Sperma wird dazu aufbereitet, gereinigt und selektiert. Also nur das beste Material wird auf die Reise geschickt. Mit einem Katheter wird das Sperma dann in die Gebärmutter injiziert. Dazu muss der Eisprung bei der Frau bereits erfolgt sein. Bleibt einer Frau der natürliche Eisprung verwehrt, kann dieser mittels Medikamente ausgelöst werden.

Die Bechermethode

Die Bechermethode ist eine natürliche Methode ohne Geschlechtsverkehre eine Befruchtung der Eizelle durch das Sperma zu erwirken. Das Sperma des Mannes wird durch eine Ejakulation gewonnen und mit einer Spritze der Frau über die Scheide eingeführt. Wichtig ist, dass das Sperma sofort nach Austritt aus dem Penis verwendet wird. Auch muss der Eisprung bei der Frau erfolgt sein oder kurz darauf erfolgen.

Bei einer künstlichen Befruchtung geht es also darum den Eisprung zu fördern oder die Spermien und die Eizelle zusammenzubringen. Die Möglichkeit bei einer künstlichen Befruchtung nicht schwanger zu werden steht bei 1 zu 7. Das heißt jede siebte Frau wird bei einer künstlichen Befruchtung nicht schwanger. Du solltest dir außer dem bewusst machen, dass die Chancen einer Fehlgeburt bei einer künstlichen Befruchtung höher liegen, als bei einer natürlichen Befruchtung.

Bei der künstlichen Befruchtung kommt es häufiger zu Zwillingsgeburten oder sogar Mehrfachgeburten, da mehrere befruchtete Eizellen in der Gebärmutter ankommen. Statistisch gesehen führt jede sechste künstliche Befruchtung zu einer Zwillingsgeburt. Eine Frau in den USA hat durch eine künstliche Befruchtung Achtlinge zur Welt gebracht und dadurch eine hitzige Diskussion ausgelöst, denn als alleinerziehende Mutter hatte sie bereits sechs Kinder von verschiedenen Männern.

Was kostet eine künstliche Befruchtung

Eine künstliche Befruchtung ist nicht günstig. Haben Krankenkassen früher die Kosten übernommen, sind sie heute nur noch bereit 50 % der Kosten zu tragen. Der Eigenanteil liegt bei mehr als 1.000 €. Um jedoch die Hälfte der Kosten von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen, muss eine Liste an Indikationen vorliegen.

  • Es gibt Methodenmaßnahmen wie die Fertilisationsoperation oder die hormonelle Stimulation. Kosten werden nur erstattet, wenn diese Maßnahmen nicht erfolgreich gewesen sind.
  • Kosten werden nur erstattet, wenn die Eizellen der eigenen Ehefrau benutzt werden.
  • Eine Kostenübernahem erfolgt nur bei Versicherten, die 25 Jahre alt sind. Frauen dürfen nicht älter sein als 40 Jahre und Männer nicht älter als 50 Jahre.
  • Die Aussichten, dass die künstliche Befruchtung erfolgreich sein kann, müssen hinreichend gegeben sein.
  • Die Kosten für eine künstliche Befruchtung können unter Umständen sogar von der Steuer geltend gemacht werden.